Die Ausgangslage war museumstypisch zurückhaltend: Das StadtPalais wollte für die Ausstellung „Anthroposophie Stuttgart" ein Terminal, an dem Besucher Begriffe eintippen, um dann Videos von Eurythmie-Tänzen zu sehen. Ein digitaler Karteikasten also. Gähn. Ich habe das Briefing kurzerhand vom Kopf auf die Füße gestellt.
Statt eines simplen Screens habe ich ein interaktives Game gepitcht, das die Besucher selbst zum Tanzen bringt. Da es dafür kein fertiges Modul von der Stange gab, habe ich ein eigenes KI-Modell mit Eurythmie-Posen trainiert und in ein immersives Game-Setting übersetzt. Das Ergebnis ist ein Full-Body-Interface: Besucher stehen vor einer Wand, ein illustrierter Charakter gibt die Pose vor, und die Kamera-KI entscheidet gnadenlos über die korrekte Ausführung.
So lernen Menschen das eurythmische Alphabet nicht durch Lesen, sondern durch Bewegung – Gamification im Dienste der Geisteswissenschaft. Ich liefere nicht nur die Idee, ich baue sie auch. Dieses Projekt war ein echtes One-Man-Team-Projekt. Vom konzeptionellen Pitch über das Training der KI bis hin zum Node-based Coding in TouchDesigner und der Installation vor Ort.
Und ja, ich habe die Kabel selbst gezogen. Authentische Immersion entsteht dort, wo technisches Handwerk und konzeptionelle Vision aus einer Hand kommen.